Wanderung über den Falkenstein von St. Gilgen nach Ried
St. Gilgen am Wolfgangsee ist mein Ausgangspunkt für die Wanderung nach Ried. Direkt neben dem Mozarthaus führt der schmale Weg der Seepromenade Richtung Osten.
Von dort gibt es einen schmalen öffentlichen Seezugang, von wo aus der mächtige Schafberg hinter dem Ostufer des Sees emporragt. Der schmale Pfad führt an einem Minigolfplatz vorbei und mündet in den kleinen Vorplatz der Wasserrettung und dem damit verbundenen Zugang zum See.
Nun führt der Weg weiter, vorbei am Restaurant Brunnwind entlang der asphaltierten alten Seeuferstraße, die mich wenige Höhenmeter hinaufwandern lässt.
Liebliche Fassaden entlang der Straße lassen mich beim Vorbeigehen fröhlich stimmen.
Von dort sind es noch ca. 500m, bis ich zu einer Weggabelung komme. Ich wähle den Fußweg Richtung Falkenstein.
Der Weg führt nun wiederum steil bergab in eine Bucht, die Brunnwinkel heißt. Dort findet sich das erste Bankerl mit einem wunderbaren Ausblick auf den Wolfgangsee. In der Lehne der einladenden Bank kann ich die Geschichte des Brunnwinkels nachlesen.
Wusstest du, dass im Brunnwinkel im Jahr 1565 der erste wasserbetriebene Eisenhammer errichtet wurde, den man zur Herstellung von schmiedeeisernen Gebrauchsgegenständen verwendete?
Von diesem Rastplatz habe ich zudem auch einen wundervollen Blick auf das Zwölferhorn.
Vor dem großen Lindenbaum, der zum Anwesen der Familie von Frisch gehört, folge ich dem Wegweiser nach rechts und komme unmittelbar danach über eine kleine Brücke.
Ich beobachte, ob ich im kleinen Bächlein auch Fische entdecken kann – und tatsächlich, da tummelt sich doch einer! Noch ehe ich meine Kamera aktivieren konnte, war er weg.
Zwischen Buchenhecken führt mich der enge Pfad entlang des Seeufers. Das türkisblaue Wasser und die Saiblinge, die darin schwimmen, lassen mein Herz vor Freude schneller schlagen. An der linken Seite ragen hohe Felsen empor und an der rechten Seite werde ich von den Wellen des Seeufers begleitet.
An einer kleinen Erhöhung befindet sich, im Felsen befestigt, eine Erinnerungstafel an den deutschen Schriftsteller und Dichter Josef Victor Scheffel, der Ende des 19. Anfang 20. Jahrhundert lebte. Deshalb heißt dieser Ausblick auf den See auch Scheffelblick.
Fasziniert von den unterschiedlichen Gegebenheiten entlang des Weges erreiche ich die Fürberg-Bucht.
Der Gastronomiebetrieb der Familie Ebner in der Fürberg-Bucht gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen am Wolfgangsee. In dieser Bucht hält auch das Schiff der Wolfgangseeschifffahrt, sodass man von hier auch mit dem Schiff Richtung St. Gilgen zurückfahren oder nach Strobl an das Südufer des Sees fahren kann.
Oberhalb der Fürbergbucht liegt der Ortsteil Winkl. Dort befindet sich heute das Europakloster der Benediktiner. Einer der bekanntesten Ordensmänner ist der 100-jährige Bruder David Steindl-Rast. Unzählige Bücher und Texte kann man von ihm lesen, und wird so sehr klar und tiefgründig in der christlichen Spiritualität begleitet.
Wusstest du, dass der Name Fürberg von „Fürfrey“ abstammt und „Fürfrey“ „das Grundstück am Berg mit freiem Holzbezug und nutzbarer Weide“ bedeutet?
Wusstest du, dass sich der Salzburger Erzbischof gemeinsam mit dem Kloster Mondsee schon im 9. Jahrhundert die Fischrechte am Wolfgangsee teilte?
Oder wusstest du, dass sich im Ortsteil Winkl die älteste Salzburgische Glasfabrik der Neuzeit befand?
Hast du gewusst, dass man die in der St. Gilgener Glashütte erzeugten Gläser auch heute noch im Heimatkundlichen Museum besichtigen kann?
Der Weg von St. Gilgen nach St. Wolfgang und darüber hinaus ist ein Teilstück einer der ältesten Pilgerwege Europas. Seit dem 14. Jahrhundert wandern auch heute noch tausende Menschen über den Falkenstein nach St. Wolfgang, um die Stätten des Heiligen Wolfgangs, dem einstigen Bischof von Regensburg, aufzusuchen.
Wusstest du, dass bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts zwei Eremiten unterhalb der Kirche wohnten und sich um die Wallfahrer/innen gekümmert haben?
Wusstest du, dass sogar das Ludwig-Boltzmann-Institut informative Bodengrabungen im Bereich der ehemaligen Klause durchführte?
Der Weg verlässt nun am kleinen Holzkiosk, der in den Sommermonaten den Badegästen und Wanderern Getränke anbietet, nach links das Seeufer. Hier ist es wichtig, diese Abzweigung nicht zu übersehen, da der weitere Verlauf des Seeuferweges in eine Sackgasse führt.
Nach einigen Metern kommt man an einer wunderschönen schlichten, kleinen Marienkapelle vorbei. Sie wurde im Jahr 1750 errichtet. Das Bild wurde um 1800 montiert. Erst viel später, im Jahr 1980, wurde das Bild mit einem schmiedeeisernen Gitter geschützt. Die kleine Kapelle wurde dann im Jahr 2020 renoviert. Es ist schon erstaunlich, welche Stellen Menschen zu heiligen Orten erklären und ihren Glauben in Form eines Bauwerks öffentlich werden lassen.
Dieses Wegstück ist kein gewöhnlicher Wald- bzw. Wanderweg. Abgesehen davon, dass er in wenigen Metern sehr steil ansteigen wird, bietet er die Möglichkeit, ihn als Kreuzweg im Gebet meditierend begangen zu werden. Hier an dieser Stelle teile ich meine eigenen Gedanken dazu. Ich betrachte es als Mehrwert, den der Weg bietet, ein zusätzliches Angebot, an dem man selbstverständlich auch vorbeigehen kann. Meine Gedanken sind keine theologische Abhandlung, sondern es ist meine persönliche Herangehensweise an die Leidensgeschichte des Jesus’ von Nazareth. Dabei soll nicht die Geschichte erzählt werden, sondern es soll erläutert werden, wie die Geschichte Jesu mit dem eigenen Leben in Verbindung stehen kann. Wem dies im wahrsten Sinne des Wortes zu steil ist, kann nach den Stationen – also am Falkenstein – wieder lesend einsteigen.
Es gibt sie, die Urteile über Menschen, von denen wir meinen sie genu einschätzen zu können. Wie schnell be- und verurteilen wir Menschen. Die Medien liefern uns sehr oft scheinbare Argumente dazu. Wir bilden uns allzu rasch eine Meinung, ohne die Zusammenhänge zu erfassen, ohne die Hintergründe zu kennen, geschweige denn, die Person(en) selbst zu kennen. Mediale Verurteilung, ohne zuvor die gerichtlichen Entscheide abzuwarten, lassen Menschen am medialen Scheiterhaufen brennen. Mit jedem Wort der Verurteilung tragen wir bei, dass Menschen am medialen Scheiterhaufen brennen, damit das Feuer der Verhetzung nicht erlischt.
Achtsamkeit und Distanz zum Mainstream in einer Gesellschaft der Verurteilung wirken dem entgegen und stoppen die unzähligen daraus entstehenden Fake-News.
Viele Menschen leben unter schwierigen Bedingungen, sei es auf Grund einer Krankheit, auf Grund des Verlustes eines geliebten Menschen oder weil sie von existenziellen Sorgen bedroht werden. Da gab es einen Menschen in der Person von Jesus, der uns schon vor 2000 Jahren beigebracht hat, nicht aufzugeben, auch dann nicht, wenn Unrecht geschehen ist. Er zeigte, dass der Weg, auch, wenn er noch zu schwer ist, weitergegangen werden will, denn letztlich – so glauben die Christinnen und Christen – führt dieser Weg zum Leben.
Mut und Verantwortungsbewusstsein sind in den Herausforderungen des Lebens unsere stärkenden Begleiter.
Und ja, sehr oft brechen auch wir unter der Last des Alltags zusammen, sei es durch eine Krankheit an Leib und / oder Seele. Wir brauchen Auszeiten, in denen unser Körper zur Ruhe kommen kann, in denen sich unsere Gedanken und Zielsetzungen neu ausrichten.
Es gibt ein in-die Knie-Gehen der Seele, wo man die Kräfte zum sich Wiederaufrichten noch verspürt.
Bewusst das Leben spüren zum Beispiel durch das Spüren der Atemzüge, lassen uns fokussieren, worauf es ankommt, nämlich zu leben.
Auf den schwierigsten Wegen unseres Lebens gibt es immer wieder auch Menschen, die uns persönlich sehr nahestehen. Im besten Fall ist das die eigene Mutter, der eigene Vater. Nicht alle Menschen haben das Glück mit ihren Eltern in einer so innigen Verbindung zu leben. Manchmal sind es aber auch Menschen mit mütterlichen und / oder väterlichen Fähigkeiten.
Dankbarkeit zu spüren auch dann, wenn der Weg des Lebens sehr anstrengend wird, ist ein Geschenk, das in solchen Momenten stärkt.
Nicht immer müssen wir alles allein machen. Es gibt Menschen, die uns ihre Hilfe anbieten. Dies anzunehmen ist nicht ein Zeichen von Schwäche, sondern schafft Verbindung – auch im Leiden. Es entsteht das Gefühl in der ärgsten Bedrängnis nicht allein sein zu müssen. So manche Hilfe zeigt sich aber leiser und unaufdringlicher. Es ist ein Geschenk, dies erkennen zu können.
Feinfühligkeit ist eine Gabe, die in Zeiten der äußersten Herausforderung zum hilfreichen Begleiter werden kann.
Wir leben in einer Zeit, in der wir aufs Wegschauen hintrainiert, gleichzeitig jedoch gefüttert werden mit Schreckensnachrichten aus aller Welt. Wer aber wirklich das Leid des anderen Menschen wahrnimmt, der kann nicht wegschauen. Der spürt den Impuls zu helfen, ohne sich die Konsequenzen zu überlegen. Zum Helfen gehört auch das Empfinden, was wirklich eine Hilfe ist und was einer Selbstinszenierung gleichkommt.
Hilfe, die auf den Menschen, der sie braucht, ausgerichtet ist, erkennt, was jetzt im Augenblick NOT-wendig ist.
Es gibt sie die Tage, an denen der Alltag zur drückenden Last wird, sei es durch Auseinandersetzung, Streit, Hass, Krieg, Krankheit und / oder Schmerzen an Leib und Seele. Das Empfinden ist dann oft so, als würden wir am Boden liegen. Es ist nicht leicht sich wieder aufzurappeln und aufzustehen. Das geht manchmal nur in kleinen Schritten.
Positive Gedanken / Affirmationen geben innerlich Kraft und können uns Kräfte schenken, um uns wieder aufzurichten.
Es gibt viele Geschichten in der Bibel, in denen Jesus die Frau(en) besonders ins Licht rückt. Auch auf seinem letzten Weg zum Sterben wird an einigen Stellen davon erzählt. Die Frauen, denen Jesus auf dem Weg nach Golgotha begegnet haben ein fürsorgendes, einfühlsames und mitleidendes Herz. Es ist eine wohltuende Geste, die wir brauchen, wenn es schwer wird im Leben. Es tut gut, wenn wir Menschen haben, die dieses schwere Stück des Weges mit uns gehen, die uns begleiten und nicht allein lassen.
Empathie ist eine enorme Kraft, die wir verschenken können, an jene Menschen, deren Weg zum Leidensweg geworden ist.
Und dennoch, sie wiederholen sich, die Wegabschnitte, an denen wir zu Fall kommen. Nicht immer ist es dann leicht, sich aufzuraffen und wieder aufzustehen. Es braucht manchmal mehr wie die eigenen positiv stärkenden Gedanken. Es braucht etwas und vielleicht jemanden, an das und / oder den wir uns binden können. Gesegnet sind die Menschen, die in solchen Momenten einen Gott haben, zu dem sie aufschauen können, den sie anflehen können, der ihnen hilft. Gesegnet sind jene, die in diesen Situationen nicht nach dem Warum, sondern nach dem Wozu fragen können, die darauf vertrauen, dass Gott weiß, was NOT-wendig für uns ist.
Vertrauen in Gott lässt uns immer wieder zu Kräften kommen auch dann, wenn alles ausweglos erscheint.
Es gibt Situationen im Leben von uns Menschen, da werden wir verleumdet und bloßgestellt. Schutzlos und allein stehen wir da, ausgeliefert der Welt, in der wir leben. Scham und Einsamkeit überfällt uns und wir würden am liebsten ins tiefste Loch abtauchen können. Zum Gespött der Menschen zu werden, ist kaum zu ertragen. Heute geht das sehr schnell und unkompliziert über die sozialen Netzwerke und Medien werden Menschen denunziert und an den Pranger gestellt, manchmal Wochen, Monate oder Jahre lang. Nichts kann dagegen unternommen werden – ausgeliefert und wehrlos haben wir diese Demütigung zu bestehen.
Das Bewusstsein für die innere Würde, die nichts und niemand zerstören kann, helfen in solchen Momenten der äußeren Verurteilung und Ablehnung.
Manchmal erleben wir, dass wir mit Verurteilungen und Verleumdungen festgenagelt werden. Es darf keine Form der Richtigstellung geben. Wir stehen dem ohnmächtig gegenüber. Überall dort, wo Menschen einander mit Aussagen und Verurteilungen festnageln, geht das Leben zu Ende. In solchen Momenten, wie Jesus beten zu können:
„Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lk 23,34)
Verzeihen können ist ein Weg sich aus den festgenagelten Situationen der Kreuze in unserem Alltag zu befreien und in die Liebe Gottes hineinverwandeln zu lassen.
Im Laufe eines Lebens lernen wir immer wieder loszulassen. Wir werden gleichsam vorbereitet auf den physischen Tod, dem niemand entrinnen kann. Jeder Abschied ist ein Sterben. Das Leben ist Entwicklung und Sterben bis hin zum physischen Sterben, bei dem einmal unser Herz aufhören wird zu schlagen.
Durch Jesu Tod aber – so glauben die Christinnen und Christen – wird das irdische Sterben beendet, nicht aber das Leben. Das irdische Sterben birgt einen neuen Anfang, der uns Hoffen lässt, dass alle Leiden dieser Welt ihren Sinn und ihre Bedeutung hatten.
Glauben können schenkt Zuversicht und Orientierung, wenn es einmal so weit sein wird.
Aus dem Schoß seiner Mutter ist er gekommen und in den Schoß seiner Mutter wurde er gelegt. Es gibt kaum eine schmerzvollere Erfahrung für eine Mutter das eigene Kind tot in den Händen halten zu müssen. Hier ist die von der Natur vorgesehene Reihenfolge, dass die Eltern vor ihren Kindern sterben, getauscht worden – und dennoch gibt es viele Mütter, die ihr Kind zu Grabe tragen mussten. Ein Kind als Geschenk Gottes zu betrachten ist eine große Gnade, denn als Mutter weiß ich, was immer der Weg dieses Kindes auch sein mag, es liegt nicht in meiner Hand, wie dieser Weg verlaufen mag. Es kommt der Moment, das Kind loszulassen und in die Hände Gottes zu legen.
Loslassen und das Kind vertrauend in Gottes Hände zurücklegen geschieht nicht nur, wenn das Kind physisch gestorben ist, es kann manchmal auch zu Lebzeiten des Kindes von Müttern und Vätern eingefordert werden.
Der physische Körper braucht einen Raum, an dem es möglich wird um den geliebten Menschen zu trauern. Ob und wo ein Verstorbener / eine Verstorbene begraben wird, ist für ihn / für sie nicht mehr entscheidend. Es ist viel bedeutsamer für all jene, die zurückbleiben und an den Ort der Stille und der Trauer immer wieder hinkommen können. Allein der Weg zum Grab ist ein wertvolles Ritual, um zwischen der Welt des irdischen Lebens und der Welt des ewigen Lebens spürbar differenzieren zu können.
Orte des Trauerns schenken Hoffnung und Zuversicht.
Wer immer sich hier auf den Falkenstein herauf die Kreuzwegstationen ausgedacht hat, der steile Anstieg, kann durch das Stehenbleiben und Betrachten unterbrochen werden. Und das kann auch hilfreich sein. Der Körper bekommt eine Verschnaufpause, in denen die Gedanken neu geordnet werden können. Ich nehme meine Gedanken zur nächsten Station mit, ehe ich mich dort wieder auf neue Überlegungen einlassen kann.
Nach den Kreuzwegstationen hinauf auf den steilen Falkenstein lichtet sich der Wald und der Weg führt nicht mehr ganz so steil auf einen überschaubaren Talboden, der zur Kirche am Falkenstein führt.
Hier lebten bis ins späte 18. Jahrhundert die Eremiten, die liebevoll auch „Waldbrüder“ genannt wurden.
Wusstest du, dass die letzten Einsiedler, die dort lebten, Verwandte von Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Mutter aus St. Gilgen stammte, waren?
Noch bevor man rechts die Stiegen zur Kirche am Falkenstein emporsteigt, befindet sich eine Schautafel über den „Weg der Wallfahrer“. Der Weg von St. Gilgen nach St. Wolfgang über den Falkenstein ist europaweit ein einzigartiger Kulturweg, der 24 beschilderte Erlebnispunkte dokumentiert.
In der kleinen Kirche auf dem Falkenstein gibt es gleich, wenn man den kleinen Kirchenraum betritt auf der linken Seite ein Seil, das mit der so genannten „Wunschglocke“ verbunden ist.
Wusstest du, dass das Anschlagen des Klöppels das Entscheidende ist, ob ein Wunsch in Erfüllung geht oder nicht?
Es heißt, wenn nach einem Zug am Seil ein dreimaliges Anschlagen des Klöppels zu hören ist, erst dann ginge der Wunsch in Erfüllung.
Zudem befinden sich im inneren der Kirche drei Höhlen, wobei die ersten beiden miteinander verbunden sind. Sie nennt man den „Durchkriechstein“. Einem alten Brauch zur Folge schlüpften und schlüpfen die Menschen durch, um das Übel, das ihnen widerfuhr / widerfährt symbolisch abzustreifen.
Der Legende nach soll der Heilige Wolfgang hier mit einem Stock gegen den Felsen geschlagen haben, weil sein Begleiter, ein Mönch, Durst leiden musste.
Wusstest du, dass das rechtsdrehende Wasser eine heilsame Wirkung haben soll?
Noch einmal steigt der Weg steil an bis zur höchsten Stelle des Übergangs eine weitere Gedenkstätte an den heiligen Wolfgang zu sehen ist. In dem kleinen Häuschen, das „Zeichen im Stein“ genannt wird, sind neben Bildern, die die Geschichte des Heiligen abbilden, drei Eindellungen zu sehen. Wer dort seinen Kopf hineinlegt, soll von Kopfschmerzen geheilt werden.
Wusstest du, dass diese drei Eindellungen den Kopf und die Hände des Heiligen Wolfgang zeigen sollen?
Ein kleines Stück weiter, nämlich genau dort, von wo aus man die südliche Seeseite des Wolfgangsees sehen kann, gelange ich zu einer weiteren Gedenkstelle des Heiligen Wolfgangs. Der Heilige Wolfgang, der der Legende nach immer wieder von dunklen Mächten bedrängt worden sein soll, beschloss seine Hacke zu werfen und schwor, an der Stelle, wo sie einschlägt, eine Kirche zu bauen.
So wurde der Standort für die Kirche St. Wolfgang gefunden. Für die Pilgerinnen und Pilger ist der Ort deshalb auch bedeutend, da sie hier zum ersten Mal das Ziel ihrer Pilgerschaft, die Kirche in St. Wolfgang erblicken konnten und auch heute noch können.
Wusstest du, dass du den Stein in der kleinen Kapelle dreimal um die eigene Achse drehen musst, damit auch hier ein Wunsch in Erfüllung gehen kann?
Der Schotterweg, der steil den Falkenstein durch den Wald am Fuße des Schafbergs bergabführte, den ging einst auch der Heilige Wolfgang. Als er der Legende nach seiner Axt suchen wollte, ließ er sich auf einem Stein nieder, um sich vom steilen Bergabgehen auszuruhen. Der Stein hätte sich des Einsiedlers Wolfgang erbarmt und wurde weich wie Wachs, damit sich Wolfgang nach den Plagen und Strapazen des Einsiedlerdaseins erholen konnte.
Wusstest du, dass Abt Bernhard Lidl aus dem Kloster Mondsee im Jahr 1732 ein Mirakelbuch führte und dieses Wunder aufschrieb?
Im Anschluss daran führt mich der Weg nach einiger Zeit aus dem Wald hinaus. Vor mir liegt zum Greifen nahe der Wolfgangsee. Die asphaltierte Straße führt mich direkt zur Schiffsanlegestelle nach Ried.
Der Rückweg am Schiff lässt mich an der Falkensteinwand vorbeifahren. An dieser Stelle ist der See 140m tief. Die steile, schroffe Felswand lässt vermuten, dass das Leben auf ihr so manch düsteres und raues Geheimnis an sich hat.
Die Leichtigkeit des Wassers am Schiff steht beinahe im Kontrast zur steilen Felswand.
Das Schiff bringt mich nach einem Zwischenstopp in der Fürberg-Bucht nach ca. 15min zur Schiffsanlegestelle St. Gilgen, meinem Ausgangspunkt.
Text und Bericht: Andrea Enzinger
Sämtliche Informationen, wie zum Beispiel über die Glashütte, den Heiligen Wolfgang und dergleichen wurden aus den Informationstafeln entlang des Weges paraphrasiert.